Press enter to begin your search

Weißes Haus, rote Container

Die Gemeinschaftsunterkunft Limesstraße 3-5 in Niederhöchstadt-West ist fertiggestellt. Noch haben die Handwerker ein bisschen zu tun, in den nächsten Wochen sollen aber nach und nach Asylbewerber einziehen.



Niederhöchstadt. Die Verunsicherung rund um die Limesstraße 3-5 ist greifbar. Als sich immer stärker herausschälte, wie die Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge aussehen würde, blieben Passanten immer häufiger stehen und musterten das ehemalige Fabrikgebäude und Wohnhaus, das sich nun in frischem Weiß in die Umgebung einreiht. Auch gestern Mittag stoppte eine Dame und fragte kritisch: „Ist das alles für die Flüchtlinge?“

„Gut vorbereitet“

Es ist allenthalben spürbar und durchaus verständlich, dass Nachbarn sich fragen: Wie viele Personen kommen da eigentlich? Woher kommen sie? Müssen wir irgendetwas befürchten, wenn nun Menschen aus anderen Ländern und Kulturkreisen einziehen? Kreisbeigeordneter Johannes Baron (FDP) und Eschborns Erster Stadtrat Thomas Ebert (Grüne) haben gestern noch einmal versucht, die Bedenken zu zerstreuen, und aufgezeigt, wie sich der MTK und Eschborn auf den Zuzug von etwa 120 Flüchtlingen einstellen.

„Wir sind gut vorbereitet“, versicherte Thomas Ebert. Zum einen gebe es in Eschborn einen Arbeitskreis Integration mit rund 80 ehrenamtlich tätigen Frauen und Männern, die bereit sind, die Neuankömmlinge zu betreuen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Zum anderen beschäftigt die Stadt seit einigen Wochen eine hauptamtliche Mitarbeiterin für Flüchtlingsarbeit: Christiane Otter koordiniert auch den Einsatz der Freiwilligen an der Limesstraße. Jeweils vier- bis fünfköpfige Arbeitskreise teilen sich die Aufgaben, so dass nicht jeder vor sich hinwurstelt und die Leute nicht aneinander vorbei agieren. Vorgesehen sind die Arbeitskreise „Sprache“, „Dolmetscher“, „Arbeit“ und „Willkommen“. Um Otter und ihren Helfern die Arbeit zu erleichtern, wurde in der neuen Unterkunft ein Raum für die Sozialarbeit eingerichtet. Dort können sich die Helfer untereinander abstimmen, aber auch vertrauliche Gespräche mit den Flüchtlingen führen. Ebert: „Wir sind guten Mutes, dass uns nicht nur eine gute Betreuung, sondern auch eine Integration der Menschen gelingt.“

Ob innen oder außen – Weiß dominiert die Unterkunft an der Limesstraße 3-5, die sich in Niederhöchstadt-West befindet, aber mit dem Auto nur über Schwalbach erreichbar ist. Wer Richtung Niederhöchstadt-Mitte/-Bahnhof laufen will, kann die Unterführung nutzen, die unter der Landesstraße hindurchführt. Die Liegenschaft gehört dem Kelkheimer Entwickler Pacarada, der einen nicht näher bezifferten Millionenbetrag an der Limesstraße investierte. Der MTK und das Unternehmen schlossen einen Zehn-Jahres-Mietvertrag ab.

Zwar sei es für den MTK in der Regel günstiger, eigene Liegenschaften zu nutzen, als Häuser anzumieten. Doch als der Zustrom an Flüchtlingen voriges Jahr immens war, musste der Kreis rasch nach Lösungen suchen. Der MTK fand in Pacarada einen Partner, mit dem er auch in anderen MTK-Kommunen zusammenarbeitet.

(ask)

Hier zum Artikel: Link

No Comments

Sorry, the comment form is closed at this time.